30.03.2011 Hände weg von unseren Kindern!

Das Pro-Reli Lager, angeführt von der katholischen und evangelischen Kirche, kann es nicht lassen und mobilisiert seit Wochen für die flächendeckende Einfuhr eines (Pflicht-)Ethikunterrichtes und zwar ausschließlich für jene Kinder, die, aus welchem Grund auch immer, den Religionsunterricht nicht besuchen. Konfessionsfreie Personen leiden nämlich an Orientierungslosigkeit und Ethikunfähigkeit und müssen daher ethisch eingeschult werden. So sehen es zumindest die Theologen. 

Dass der Ethikunterricht überwiegend von (zunehmend unterbeschäftigten) ReligionslehrerInnen verabreicht werden soll und dass die Unterrichtsunterlagen großteils von (überwiegend katholischen) Theologen verfasst wurden wird allerdings verschwiegen. Und dass die Konfessionsfreien die einzigen sind, die zur parlamentarischen Enquete zu diesem Thema am 4. Mai nicht eingeladen wurde, dürfte als neuer Tiefpunkt des Demokratieverständnisses der Republik gewertet werden.

Der Zentralrat der Konfessionsfreien hat zu dieser Sache klare Worte gefunden und verurteilt das Vorhaben aufs Schärfste. Die Initiative Religion ist Privatsache, als eine der Trägerorganisationen des Zentralrates, teilt diese Botschaft zur Gänze und wird gegen die drohende Diskriminierung dieser zweitgrößten weltanschaulichen Gruppierung Österreichs ebenfalls tatkräftig kämpfen.

Wenn schon Ethikunterricht dann für alle und ohne Etikettenschwindel!

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