05.09.2017 In eigener Sache

Nachdem ich mich seit Jahren mit dem Themenkomplex Staat-Religion auf zivilgesellschaftlicher Ebene beschäftigt habe, habe ich mich entschlossen, einen Schritt weiter zu gehen. Mit meiner Kandidatur für die Liste-Pilz NÖ als Listenführer im Wahlkreis Waldviertel öffnen sich, so denke ich zumindest, neue Möglichkeiten, die Trennung von Staat und Religion in Österreich voranzutreiben. Die Entscheidung, meine parteipolitische Neutralität aufzugeben, fiel jedoch nicht leicht. Und dennoch: mein erstes politisches Zuhause bietet mir die Möglichkeit, mich für jene Themen, die mir besonders wichtig sind, auf einer neuen – und für mich sehr spannenden – Ebene einzusetzen. Und dies werde ich fortan, der Sachlichkeit und den Grundrechten verpflichtet, auch tun. Ohne Maulkorb, ohne Klubzwang und ohne dem üblichen Taktieren, das einen (österreichischen) Politiker so oft kennzeichnet.

Dieser Schritt wird für mich jedoch mit einer neuen Herausforderung verbunden sein denn nun gilt es mehr als je zuvor, meine Arbeit für die „Initiative Religion ist Privatsache“ von meinen privaten Interessen als Listenkandidat zu trennen. Da meine Platzierung auf der Liste-Pilz jedoch weitgehend meinem bisherigen laizistischen Engagement geschuldet ist, denke ich, dass ich diese Trennung meistern und dabei die Ziele der „Initiative Religion ist Privatsache“ auch besser vertreten können werde. 

Es kann gut sein, dass ich gelegentlich mit Positionen, die andere Kandidaten der Liste-Pilz vertreten, nicht einverstanden sein werde. Anderseits gilt es aber auch nicht, meine Meinung den neuen Kolleginnen und Kollegen aufzuzwingen. Und dies ist auch gut so und liegt in der Natur der Sache: die Liste-Pilz versteht sich nämlich als Summe der einzelnen Kandidatinnen und Kandidaten und dies ist wesentlich mehr, als irgendein Parteiprogramm, das überwiegend von Werbeagenturen oder Spin-Doktoren ausgebrütet wurde. Mein Spezialbereich ist Trennung von Staat und Religion und dabei wird es auch bleiben, ohne Wenn und Aber. In diesem Sinne erlaube ich mir mit folgendem Satz abzuschließen: „Trennung von Staat und Religion? Ja, es geht!“

 

Eytan Reif

Obmann  

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