04.01.2012 Initiative verurteilt Bauernbund-Hiegelsberger Vorstoß in Richtung "Zwangskultussteuer" aufs Schärfste

ien, 4.1.2012. OÖ- Bauernbundlandeshauptmann Max Hiegelsbergers heute von der APA gemeldete Vorstoß in Richtung eines verpflichtenden „Kultusbeitrages“ wird von der Initiative Religion ist Privatsache scharf kritisiert. Als „undemokratisch aber typisch für das weltanschauliche Milieu, dem offensichtlich Herr Hiegelsberger entstammt“ wertete Prof. Heinz Oberhummer, Vorstandsmitglied der Initiative, diesen jüngsten Vorstoß und fügte hinzu: „In Wahrheit geht es hier um den Vorschlag, eine verfassungswidrige Zwangsfinanzierung überwiegend der Katholischen Kirche einzuführen. Für Herrn Hiegelsberger ist es offensichtlich selbstverständlich, dass die öffentliche Hand die Kirchen und Religionsgesellschaften Österreichs und allen voran die Katholische Kirche – ohnehin schon jährlich mit einer Milliarde Euro unterstützt. Verfassungswidrig, natürlich, und auf Kosten der Zukunft unserer Kinder. Dem Bauernbund scheint jedoch die weltliche Macht der Kirche wichtiger als die Zukunft zu sein.“

Wenig Verständnis zeigt Oberhummer gegenüber der „kulturellen“ Argumentation Hiegelsbergers: „An die 80% des gesamten Kirchenbeitragsaufkommens steckt die Katholische Kirche in die Verwaltung und die sog. ‚Seelsorge’, während der Staat ohnehin die Kosten der religiösen Erziehung nahezu gänzlich übernimmt und die teils überverschuldeten Länder über ihre Denkmalämter üppig diverse kirchliche Bau- und Sanierungstätigkeiten mitfinanzieren. Und jetzt will ein Landeshauptmann des Bauernbundes allen Ernstes uns alle eine Sondersteuer aufbrummen, die, schon wieder, der Kirche zugute kommen soll? Da kann man sich nur ernsthaft fragen, in welchem Jahrhundert Herr Hiegelsberger wirklich lebt. Die Bauern werden sich mit solchen Funktionären jedenfalls keine Sympathien in der österreichischen Bevölkerung schaffen.“

Ungeachtet des neuen Vorstoßes wird die Initiative Religion ist Privatsache demnächst Einzelheiten über ein Verfahren, das zur verfassungsrechtlichen Überprüfung der staatlichen Finanzierung der Kirchen und Religionsgesellschaften Österreichs führen soll, bekannt geben.

Zurück zur Übersicht